Aus dem Pfarrhaus Ibach

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Steter Tropfen höhlt den Stein.
Ursula Ruhstaller,
Bestimmt kennen Sie alle das Sprichwort «Steter Tropfen höhlt den Stein». Meistens wird das Sprichwort positiv gedeutet, dass Beharrlichkeit besser zum Ziel führt als ein einmaliger Versuch. Es soll uns motivieren, nicht aufzugeben, sondern Schritt für Schritt auf unser Ziel hin zu arbeiten. Auch wenn ein einzelner Tropfen einem Stein nichts anhaben kann, so hinterlässt der stete Tropfen doch deutlich seine Spuren.

Ganz wörtlich und nicht unbedingt im positiven Sinn erleben wir das Sprichwort im Moment im Pfarrhaus. So haben Sie vielleicht gesehen, dass ein Gerüst um einen Teil des Pfarrhauses gestellt wurde. Vor einiger Zeit mussten wir feststellen, dass die Abdichtung der Terrasse Schaden genommen hat. Oberhalb der Garageneinfahrt hat sich ein grosser Feuchtigkeitsschaden gezeigt und ebenso in einem der Zimmer. Die Terrasse wird in diesen Wochen deshalb neu abgedichtet und die Schäden behoben.

Jeder Tropfen hinterlässt seine Spur, auch wenn sie zunächst vielleicht kaum sichtbar ist. Kommen viele Tropfen zusammen, haben sie eine unglaubliche Kraft, die viel verändern kann – manchmal zum Guten, manchmal auch zum weniger Guten. Die positive Kraft zur Veränderung sollten wir als Kirche viel mehr nutzen und uns in Erinnerung rufen. Als getaufte Christinnen und Christen haben wir den Auftrag, die Botschaft Jesu in dieser Welt durch unser Reden und Tun zu bezeugen und erfahrbar zu machen. In unserer Zeit, die der Kirche und zum Teil auch dem Glauben gegenüber sehr kritisch eingestellt ist, nicht immer eine einfache oder gar angenehme Aufgabe. So kann man sich als einzelner Mensch manchmal schon wie ein einsamer verlorener Tropfen vorkommen. Aber als Gemeinschaft können wir viel bewirken, so dass die Nächstenliebe und der Einsatz für die Menschen am Rand auch heute noch sichtbar sind und positive Spuren hinterlassen – denn steter Tropfen höhlt den Stein.